Ach, Coldplay!

coldplay
Nachdem mehrere Frauen-Zeitschriften damals A Rush of Blood to the Head ihrer Leserschaft als supi-dupi Winter-Drin-Bleib-Musik empfahl, war für mich klar: Das kann nichts sein! Bis der alte Jules in der WG damit ankam und ich ihren Alben, zusammen mit X&Y und Parachutes ungefähr zeitgleich verfiel und diese bis heute rauf und runter höre. Es sind die perfekten Liebeslieder, es sind die perfekten Trennungslieder, es sind die perfekten Lieder zum Einschlafen, zum auf der Couch liegen und an die Decke starren, zum alleine Wein trinken und es sind die perfekten Lieder, beim stundenlangen Busfahren oder im Flugzeug. Ich werde sie nicht leid! Diese drei Alben sind grandios und jeder (JE-DER!) sollte sie in seiner Sammlung haben.

Was nach X&Y passierte, ist mir nicht verständlich. War es der überwältigende Erfolg von Coldplay? Dieser miese Kommerz? Leistungsdruck? Viva la Vida konnte jedenfalls nicht mehr an die vorigen Meisterwerke anknüpfen, Yes war darauf das beste Stück und ist wirklich toll, aber vielleicht auch nur das letzte Aufbäumen? Mich hat schon die doofe Papphülle geärgert! LeftRightLeftRight gab es ein Jahr später zum Download geschenkt. Ich weiß nicht, ob ich es mehr als ein mal durchgehört habe. Mylo Xyloto kaufte ich dann jedenfalls nicht mehr. DAMIT HAB ICH’S IHNEN MAL SO RICHTIG GEZEIGT.

Nachdem Chris Martin nun sein Conscious Uncoupling angeblich im, mit und um das neue Album Ghost Stories herum verarbeitete, hatte ich Hoffnung auf neue Liebes-, Herzschmerz- und Trennungslieder (was sie eben am besten können!) und zumal ich die erste Single Magic und dann auch A Sky Full of Stars ganz schön gut fand, weshalb ich das Album direkt bei Veröffentlichung kaufte. Und was soll ich sagen? Meh. Ich sage MEH!

Das war es ja mal nicht, mein lieber Herr Martin!

Was sagt Ihr denn zum Album?

Anmerkungen zur Grafik:

  • Meine Kurve zu Ghost Stories fällt noch ziemlich positiv aus da oben. Eigentlich müsste sie weiter unten liegen -.-
  • Die Alben erscheinen nicht in korrekter chronologischer Reihenfolge, weil ich die Alben eben erst später entdeckte. Ist klar.
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4 Kommentare

  1. Jein. Die ersten beiden Alben waren toll. X&Y war das Klingeltonalbum, ohne Ecken und Kanten, mochte ich damals nicht. Viva La Vida ist aus künstlerischer Sicht die beste Platte von Coldplay. Auf dem Vinylalbum wird schnell deutlich, warum. Seite A behandelt das Leben, Seite B den Tod. Die Musik ist progressiv, durchdacht, wenn auch (witzigerweise) bei Keanes zweitem Album geklaut. Dafür wurde der Kitsch zurückgefahren. Das Album danach bestand im Prinzip nur aus Outtakes von den Viva-Sessions . Richtig schlecht, leider. Hatte ich damals sehnlichst erwartet, in der Hoffnung, hinter die Magie blicken zu können. An Mylo kann ich mich nicht erinnern, was ne Menge heißt, bei meinem Musikgedächtnis. Und Ghost Stories gibt den Coldplay-Hatern Recht. Weinerlich und größenwahnsinnig. Aber deiner Einschätzung von Viva muss ich erheblich wiedersprechen. Danach konnte nichts mehr kommen, denn es war perfekt. Mit Brian Eno als Produzent erreichten Coldplay Perfektion und siehe da: danach war auch Ruhe im Karton. Zumindest kreativ.

  2. @Julian: Ich hab mir Viva la Vida gestern extra noch mal angehört und Deine Meinung kritisch analysiert. Vielleicht gibt es da noch das ein oder andere weitere gute Lied drauf (Lovers in Japan/Reign of Love und Lost!), aber viel mehr ist da für mich nicht drin. Vielleicht ist es musikalisch anspruchsvoller (I don’t know), vielleicht fehlt mir auch einfach der Kitsch (vermutlich).
    Bei Ghost Stories meinte ich ja ständig Brian Eno rauszuhören, obwohl er gar nicht beteiligt war. Zu ambient. Es plätschert so daher, mir ist es zu lahm, zu langweilig. Wenn Guido Kretschmer Musikkritiker wäre, würde er über dieses Album sagen „Die Musik tut nichts für Dich! Da passiert einfach nichts!“.

  3. Bei Ghost sind wir uns einig. Viva La Vida liebe ich. Aber das ist eher Prog als Pop und das ist wahrscheinlich das Problem. Enorm ambitioniert, etwas weg vom Kitsch – der kreative Höhepunkt. Das ist wie bei den Beatles oder der Gabriel-Genesis-Phase. Das Highlightalbum (Abbey Road / Lamb Lies Down On Broadway – hier besonders die von mir heiß geliebte zweite LP, viele hassen die) spaltet die Hörer. Oder ganz extrem bei Jethro Tull. A Passion Play war für viele einfach zu viel. Du merkst das auch bei Keane. Die Fans des ersten Albums kamen mit dem zweiten nicht klar, während ich über das zweite überhaupt erst die Band zu lieben begann.
    Es gibt dennoch erstaunlich viele Hörer, die mit Viva nicht glücklich waren. Für mich war es das Album wo ich mir dachte: „Ok. Das nächste Album wird wahrscheinlich ein unumstößlicher Klassiker.“ Und dann kamen die Outtakes und Mylo …
    Aber da spielt auch die Erwartungshaltung mit rein. Wie oft habe ich bestimmte Alben gehasst, weil ich einfach was anderes erwartet habe.

    Eno hat übrigens ein fantastisches erstes Soloalbum aufgenommen. Ohne Ambient, totaler Glamrock.

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