Touch the screen for complete healing

Dienstag, den 26. April 2011 – Jan-Hinnerk

Dienstag beginnt mit etwas mehr Geschäftigkeit und es gibt ein paar Dinge zu organisieren. Gleich morgens habe ich außerdem Thai-Sprachunterricht bei meiner Lehrerin Khun Am. Khun Am kommt immer direkt bei uns im Büro vorbei und wir können für die 90-minütige Unterrichtseinheit eines der Besprechungszimmer besetzen. Zwischendurch lief es mal ganz gut mit dem Lernen, aber inzwischen ist der Dampf ein bisschen raus. Ganz ehrlich, so richtig begriffen habe ich Thai nicht, aber immerhin reicht es für das Nötigste. Mein falsch betontes Gestammel sorgt bei den Thais jedenfalls nach wie vor für Erheiterung.

Aber Thailändisch ist wirklich eine witzige Sprache. Wenn man sich ein bisschen reinhängt, erzielt man ziemlich schnell kleine Erfolge, denn das Alltags-Thai ist ziemlich einfach zu lernen. Zum Beispiel brauchen Verben nicht konjugiert zu werden und es gibt im Prinzip keine Zeitformen. Was allerdings richtig viel Mühe macht, ist das Thai-Alphabet, das aus 44 Konsonanten, 21 Vokalen und 5 weiteren Betonungszeichen besteht. Noch mal: Allein 21 Vokale! Wer wirklich Thai lernen will, kommt an diesem Brocken langfristig angeblich nicht vorbei.

Sobald man allerdings den damit verbunden Aufwand in Relation zum Nutzen setzt, dann muss man feststellen, dass es keine sehr lohnende Investition ist, Thai zu lernen. Außer den 60 Millionen Thais sprechen nur noch 20 Millionen weitere Menschen auf dieser Welt Thai. Thailand ist einfach unbedeutend und für den Südseeurlaub reicht selbst das rudimentärste Thänglisch.

Für abends habe ich mich mit Ju verabredet. Ju heißt eigentlich Juthamas, ist 28 Jahre, Thai und ich habe sie über meine ehemalige Sprachlehrerin aus Stuttgart kennen gelernt. Sie war sozusagen mein allererster Kontakt in Bangkok, weit bevor ich überhaupt einen Fuß auf thailändischen Boden gesetzt habe. Heute wollen wir zusammen was essen gehen. Sie macht ein Geheimnis aus dem Treffpunkt und sagt, dass wir gemeinsam hinfahren müssen. Ich müsse also sehr pünktlich sein. Ich tue uns den Gefallen.

Wir halten mit dem Taxi am Chao Phraya (dem großen Fluss in Bangkok). Es läuft auf eine Dampferfahrt mit Buffet hinaus und außer uns beiden kommt noch Jus Freundin Curbie mit, die ich schon von einem vorherigen Treffen kenne. Auch Curbies Eltern sind mit dabei und die kannte ich bislang noch nicht. So wird es eine schöne bunte Runde, mit gutem Essen an Bord und einem schönen Nachtpanorama auf dem Fluss. Ich schlage ordentlich zu, es ist ja schließlich Buffet.

Während des Essens fragt mich Ju, ob ich mal ein Thailändisches Bier probieren möchte und ich schaue sie verwundert an. Was sie wohl denkt, was ich die letzten fünf Monate in Thailand so getrunken habe? Hacker-Pschorr? Ich sage einfach „ja“ und überlege, ob sie mich echt noch nie Bier trinken sehen hat? Ju trinkt selbst überhaupt keinen Alkohol und da ich ausschließlich Gesellschaftstrinker bin, ist es wohl gut möglich, dass ich mich bei unseren bisherigen Unternehmungen zurückgehalten habe. Mein Glück, dass Curbies Vater auch Bier bestellt, so dass ich mich nun definitionsgemäß in Trinkgesellschaft befinde. Ich bestelle ein Singha.
Nach der Flusskreuzfahrt verabschieden wir uns von Curbies Eltern und ziehen zu Dritt noch weiter in eine Cocktail-Bar, die sich auf dem Dach des State Towers befindet. Extrem dekadent hier oben und ganz schön teuer. Aber der Ausblick ist es wert und es gibt außerdem Open-Air-Live-Musik. Mir ist jetzt alles egal und ich bestelle Long Island Icetea. Wenn schon, denn schon! Ju fragt mich, ob sie mal probieren dürfe und ich halte ihr bereitwillig mein Glas hin. Sie nippt vom Rand und schüttelt den Kopf. „I thought it was icetea“, sagt sie. Irgendwie reden wir heute aneinander vorbei…

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