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Donnerstag, den 28. April 2011 – Jan-Hinnerk

Gegen Abend verlege ich den Arbeitsplatz mit einigen Kollegen an unseren Stammtisch im Irish Pub direkt gegenüber. Hier geben wir uns im Feierabend gerne den Themen hin, die wir während der Arbeitszeit noch nicht ausreichend diskutieren konnten. Zum Beispiel weil die Atmosphäre im Büro nicht adäquat ist. Heute treffen wir außerdem Freunde von meinem Kollegen Vern, die ich teilweise vom Fußball kenne.

Im Irish Pub läuft immer Fernsehen. Was rede ich?! Die haben hier natürlich ne Großbildleinwand und mindestens acht weitere Fernsehgeräte, die jeden Winkel der zweistöckigen Pinte mit BBC, Sport und anderen kneipentypischen Programmen versorgen. Ich spekuliere auf eine Zusammenfassung des Champions League Halbfinals von Schalke gegen Manchester United. Aber irgendwie laufen nur Rugby, NBA Playoffs und… die Vorberichterstattung von William & Kate. Was passt nicht in die Reihe? Als Tipp: Wir sind hier in der Kneipe. Okay, es ist eine britische Hochzeit und ich befinde mich im Irish Pub. Aber gehört die Hochzeit wirklich hierher? Dass die Hochzeit erst am Freitag stattfindet, kann selbst ich dem tonlosen Programm entnehmen. Das ist dem Programm aber egal, es läuft humorlos weiter.

Gerade als ich diesen Gedanken wegschiebe, rumpelt mich einer der Fußballer an, der sich offenkundig spontan daran erinnert, dass ich aus Deutschland bin. Er beginnt einen Vortrag über den englischen Vereinsfußball, die unglaubliche Serie schwacher Nationalmannschaftstorhüter und outet sich schließlich als Manchester City Fan, dem Erzrivalen von United. ManCity spielt die beste Saison seit langem und entsprechend selbstbewusst tritt auch die Fangemeinde hier auf. Für die desolate Champions League Schlappe der Schalker am Vorvorabend gegen den Stadtrivalen soll ich mich trotzdem rechtfertigen. Dabei bin ich selber alles andere als Schalke-Sympathisant. Im Gegenteil. Wenn es sich dieses Jahr nicht um die letzte deutsche Mannschaft im internationalen Wettbewerb handeln würde, wünschte ich den Knappen die Pest an den Hals. Ich nehme die Diskussion in Ermangelung des Fußballprogramms aber gerne an. Wir diskutieren, ob der Schalker Schlussmann Manuel Neuer nicht auch ein geeigneter Ersatz für Edwin van der Saar wäre, der langsam auf das Ende seiner Sportlerkarriere zugeht. Ich bin mir trotzdem sicher, dass er zu Bayern gehen wird.

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