Touch the screen for complete healing

Donnerstag, den 28. April 2011 – Maria

Bitterness is like cancer. It eats upon the host. But anger is like fire. It burns it all clean.

Eine fatale Idee, auf der Arbeit anzufangen, Radio zu hören. Vor allem, wenn es sich um den immergleichen Sender handelt, Radio ‚Radar‘ in unserem Fall. Es sei denn, man hat ein Enzym gegen Gehirnwäsche. Nun weiß ich wieder, warum ich das jedes Mal wieder an den Nagel hänge. Nie wurde mir ein derartig schlechtes Gewissen verpasst, welche portugiesischen Festivals ich im Sommer verpassen werde. Der schlimmste Aspekt ist demnach: die Werbung. Verallgemeinert: die Wiederholung. Ich bin in Geschichte nie so firm gewesen, aber ist die Repetition in verschiedenen Zusammenhängen nicht schon immer eine beliebte Foltermethode gewesen? Gruselig, sich da Zusammenhänge auszumalen…

Von ebendiesem Radio jedoch erfahre ich heute von dem Anschlag in Marrakech. Sofort gehen die Alarmglocken, denn eine Mitbewohnerin hält sich genau dort gerade auf. Sie ist Französin und es passierte in einem von Franzosen viel frequentierten Café auf dem bekanntesten Platz-  sollte… könnte vielleicht…. sagt sogleich der Paranoia Apparat. Nein, viel zu unwahrscheinlich, sagt die Vernunft. Kaum zu glauben, dass ich selbst vor wenigen Wochen noch auf diesem Platz stand. Und natürlich ist es sinnlos, sich plötzlich Gedanken über seine Reiseziele zu machen, denn ein jeder weiß, dass dann selbst Europa dann als Ziel nicht mehr in Frage kommt. Nichtsdestoweniger bin ich gerade froh, dass mein Trip bereits vorüber ist.
Es bleibt eine gewisse Besorgnis, bis ich zuhause ankomme, doch nach einem kurzen Anruf sind wir versichert, dass alles in Ordnung mit ihr ist.

Mit D., unserem verbalen Wasserfall, habe ich dann ein spontan-schönes Gespräch. Sehr erfrischend. Zuvor bin ich oftmals vor ihren Redeschwällen geflüchtet.. ein Fehler.
Hauptsächlich geht es natürlich um Männer. Um Chile. Afrika. Lieblingsbücher. Musik. Ich erfahre persönliche Dinge, sie ich mir mit meinen Vorab-Trugschlüssen niemals hätte vorstellen können. Und das obwohl ich eigentlich eine ziemlich erstaunliche Fantasie besitze! In Wahrheit ist sie ist fantastisch. Es ist schade, dass mir das erst so spät bewusst wird. wir machen aus, von nun an öfter Dinge miteinander zu unternehmen. Nun weiß ich mehr über einen meiner vier Mitbewohner, es ist, als hätte man einen Raum in seinem Haus entdeckt. Einen, der einem zuvor nie aufgefallen ist. Einen Ballsaal.

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