VerenasWoche: 14/2017

VerenasWoche 14/2017

Montag
Der letzte Tag vor dem Urlaub dauert bekanntlich immer länger als geplant. Mittags noch Burger essen mit meiner Schwester, letzte Dinge organisieren: Geld tauschen, Selfiestick bei Saturn besorgen. Das Wichtigste eben. Aus mir unerfindlichen Gründen hat das mit dem kabelgebunden Stick nicht funktioniert und auch der bei Saturn will nicht – also doch Bluetooth. Bis 2 Uhr nachts bin ich noch mit Wäsche sortieren, packen und aufräumen beschäftigt.

VerenasWoche 14/2017

Dienstag
Mittags werde ich netterweise von der Nachbarin zum Bahnhof nach Siegburg gefahren und der ICE bringt mich nach Frankfurt. Ich hatte mir Sitzplatzreservierung gegönnt, die im Übrigen für’n Arsch war, weil ich meinen Koffer nicht alleine im Gang stehen lassen wollte. Keine Ahnung, wie man sowas macht, ich fahre nie Zug. Also stehe ich halt die 50 min, ich werde ja eh noch lange genug sitzen. Für die Rückfahrt hatte ich das natürlich auch reserviert.
Ich bin 3 Stunden vor Abflug in Frankfurt und gucke mir in Ruhe alle möglichen Läden an. Es ist kaum was los und so muss ich nirgends warten. Ich hab meine letzte VerenasWoche dort geschrieben, aber Fotos bearbeiten hat nicht mehr geklappt.
Dann fliege ich 8 Stunden mit Lufthansa nach New York. Ich bin überrascht, wie komfortabel es in der Economy ist. Das letzte Mal Langstrecke flog ich mit Iberia, 14 Stunden nach Argentinien und es war wirklich Holzklasse dagegen. Ist aber schon ein paar Jahre her. Im Boardprogramm gucke ich Manchester by the Sea und Bridget Jones‘ Baby. Ersterer zieht sich ja ganz schön hin, zweiterer war – wie bereits erwartet – gar nicht mal so gut, aber unterhaltsam genug für einen langen Flug. Ich esse die kleinste Portion Nudeln und später noch ein Stück Pizza.
In JFK angekommen warte ich über eine Stunde in der Schlange an der Immigration, mein Freund holt mich ab, mit Cupcakes von Sprinkles (awww!) und wir fahren mit dem Airport Shuttle Bus bis zur Grand Central Station. Dort mal kurz durchgelaufen und 10 min bis nach Hause. Ich bin totmüde.

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Mittwoch
Bagel sind ab jetzt das neue Frühstück hier. Danach geht es los in die große Stadt: in die St Patrick’s Cathedral, zum Rockefeller Center (ich bin enttäuscht: wie mickrig ist diese Eislaufbahn eigentlich?), dort kurz durch den NBC Shop (eine Tasse der Tonight Show mit Jimmy Fallon kostet fucking 24 USD, ein Shirt 35 USD), über den Broadway, bis zum Times Square, bei Radio City vorbei, in den Disney Store, zu Sephora, zu Hershey’s und in den ersten Souvenirshop. Beim Flatiron essen wir draussen Burger bei Shake Shack und ich fands superlecker. Danach den East River entlang, an der UN vorbei und zurück zur Wohnung. Später geht es nochmal kurz zum Supermarkt Getränke holen, wobei der obligatorische Besuch beim Cupcake ATM von Sprinkles abgehakt werden konnte. Abends dann nur noch Salat. Lebensmittel sind hier übrigens irre teuer, zumindest in den Supermärkten in Manhattan. Die Sparfüchse kaufen online bei Wal Mart, der zwar außerhalb ist, aber gratis liefert. Oder man fährt zum Aldi, den gibt es hier auch und ein Besuch lohnt preislich sehr.

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Donnerstag
Das Wetter war kacke, deshalb fuhren wir nach New Jersey in die Jersey Gardens Outlet Mall. Mit dem Bus ab Port Authority Terminal geht es da für 14 USD hin und zurück. Die Leute rennen hier mit Trolleys durch die Gegend, um all die Einkäufe bequem zu tragen. Zum Glück ist es nicht so voll. Allerdings finde ich auch nicht so viele Schnäppchen, wie ich dachte. Oder zum Glück – für die Urlaubskasse. Ich schlage zu bei GAP, Levi’s, kaufe ein paar Baseballs bei Modell’s Sporting Goods und aus einem Auftrag noch zwei Paar Chucks. Zum Vergleich:

  • die hohen Chucks kosten 55 USD, das zweite Paar 50% off
  • 2 Levi’s Shirts für 30 USD
  • bei GAP ausgewählte Sachen 60% off (Hoodie für 17 USD, Shirts für 10 USD)

Bei vielen Sachen hat es sich also erst gelohnt, wenn man zwei Sachen gekauft hat; vieles war aber auch nicht so günstig (fand ich). Der Calvin Klein-Laden sah aus wie Rudis Resterampe – oder kik. Wir aßen dann noch Philly Cheesesteaks bei Nathan’s und standen ein bisschen im Regen rum bis der Bus zurück kam. Ziemlich viele Deutsche überall übrigens.

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Freitag
Wir laufen über den Grand Central Market, fahren Richtung Brooklyn Bridge und laufen von dort zum World Trade Center, besuchen das Memorial, schauen uns das Oculus an. Da es saukalt ist und ich schon Halsschmerzen habe, kaufe ich mir noch eine Bommelmütze in einem Souvenirladen. Wir laufen sehr lange am Hudson River entlang und müssen dann leider auch ein paar girly things machen: Zur Magnolia Bakery um Cupcakes und Kaffee zu kaufen (die Cupcakes sind relativ klein für den Preis, aber besser als ich bisher gehört hatte. Empfehlung: Der Hummingbird Cupcake!) und dann weiter bis zum Haus von Carrie Bradshaw. Die Treppe ist mit einer Kette abgesperrt, wer Fotos macht, soll bitte auch etwas für den Tierschutz spenden. Ok. An den Fenstern sieht man Trump-Protest. Die große Sex and the City-Fanwelle scheint aber schon paar Jahre her, so sind wir die einzigen Fans hier. Also ich -.-
Dann laufen wir die High Line entlang, machen kurz Stop beim Chelsea Market, essen Berliner Currywurst für 8 USD, machen uns währenddessen über Deutsche und ihr Schnitzel im Ausland lustig. Die Currywurst war zwar auch nicht schlecht, aber so richtig deutsch und berlinersich eben nicht. UND DAS SIND 8 DOLLAR FÜR NE VERKACKTE CURRYWURST!
Wir laufen die High Line bis zum Ende, passieren den Madison Square Garden, laufen noch durch den NBA Store und abends couchen wir nur noch und machen uns Sloppy Joes. Ich bin platt. Wir sind 25 km gelaufen.

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Samstag
Wir fahren nach Williamsburg zum Smorgasburg, einem Food Market im Hipster Viertel in Brooklyn. Daran angeschlossen ein Flohmarkt. Das Wetter ist toll, die Sonne scheint. Es ist viel zu voll. Wir essen nichts, hatten ja eh grade gefrühstückt. Der Flohmarkt hat sehr schöne Sachen, allerdings auch lächerlich teuer. Ich kaufe ein Poster, ein altes Nummernschild (15 USD), einen Plastik-Astronaut (15 USD – er erinnert mich an den MTV Music Award) und einV-Schlüsselanhänger (6 USD) aus einem alten Kennzeichen. Das Besondere hier ist übrigens auch die Location: Direkt am Strand des East Rivers gelegen mit großartigem Blick auf Manhattan. Ich glaube, wir verbringen die meiste Zeit mit Fotos machen.
Dann fahren wir zurück nach Manhattan, laufen über die überfüllte Brooklyn Bridge. Ich frage mich währenddessen, wie die ganzen Fashionblogger-Mädchen hier ihre Fotos machen. Mein Selfiestick kommt hier aber auch mal zum Einsatz, yeah. Wir laufen runter nach Dumbo (= Down Under the Manhattan Bridge Overpass), stehen für Eis bei der Brooklyn Ice Cream Factory an (2 Kugeln für ca. 7 USD – lohnt aber), essen Eis in der Sonne während wir die Skyline bewundern und fahren dann mit der Fähre Richtung Wall Street. Dort beim Stock Exchange vorbei, die Tourimassen anschauen, die dem Bullen an die Eier fassen und anschließend zurück Richtung Wohnung.

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Sonntag
Wir laufen bis zum Central Park, wo wir uns schon online vorher zwei Fahrräder gebucht hatten. Zwei Stunden für jeweils 14 USD – online reservieren ist empfehlenswert, besonders bei schönem Wetter. Wir cruisen (und sind die Coolsten, wenn wir cruisen) durch den Central Park. Vorher gehen wir noch kurz bei Tiffany’s vorbei und in den Trump Tower. Dieser besticht vor allem mit dem Charme aus einer anderen Zeit: späte 70er, frühe 80er etwa. Ich erwarte jeden Moment eine Alexis Carrington die Rolltreppe runterkommen. Stattdessen fahre ich die Rolltreppe hoch und runter und staune (kopfschüttelnd) über die Vielfalt an Trump-Souvenirs.
Aber zurück zum Park. Das Wetter ist toll, die Sonne scheint, der Park ist voll mit Menschen. Mit dem Rad darf man nur auf den Hauptwegen laufen, aber mehr als zwei Stunden braucht man auch nicht dafür. Zwischendurch machen wir noch Halt bei den Strawberry Fields, dem Memorial für John Lennon. Es ist viel zu viel los: Jeder will sein Foto am Imagine-Mosaik. Ich nicht. Aber ich versuche ein Foto ohne Menschen zu bekommen und kaufe dann für 10 USD ein Bild vom Mosaik. Gegenüber steht das Dakota Building, vor dem  John Lennon 1980 erschossen wurde.
Nachdem wir die Räder wieder abgegeben haben, holen wir uns bei Whole Foods noch einen Becher Eis (Ben & Jerry’s FroYo Half Baked – 5 USD) und Getränke und legen uns in die Sonne auf so große Steine. Alles ist voll mit Menschen, vor allem mit den kleinen, lauten. Trotzdem ist es erstaunlich ruhig, zumindest hört man den Verkehr der Stadt nicht mehr so. Und wieder überall Deutsche. Wir laufen noch eine kleine Runde durch den Park: über die Mall, zum Bethesda Fountain bis zum Teich mit den kleinen ferngesteuerten Segelbötchen und dann nach Hause. Abends wieder Salat. Irgendwie muss man das ganze Fast Food und Eis ja ausgleichen #lol. Dazu Bad Boys II und Full Metal Jacket. Und Wein. Weil ja Urlaub ist. Schnell noch packen – morgen geht’s Richtung Kanada.

 

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5 Kommentare

  1. Toller Reisebericht in unterhaltsamen Kurzsätzen. :-)

    Burger-Empfehlung Five Guys ist sicher zu spät oder?

  2. @maTTes: Danke! Ist noch nicht zu spät und Five Guys steht definitiv noch auf der Liste :)

  3. Bei mir sinds „nur“ noch 5,5 Monate, dann darf ich auch wieder in den Genuss kommen :-)

  4. Wo bleibt eigentlich die Videobotschaft?

    Und im Kühlschrank ist kein Erdbeerkäse mehr!

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