Einer wie Jesus: Xavier Naidoo

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Manchmal denke ich, ich bin wieder nur zu empfindlich, was das Thema angeht. Eigentlich sollten aber auch viel mehr Leute einfach auch empfindlicher sein! Heute morgen noch auf Instagram enttäuscht gewesen, dass eine mir nicht komplett unsympathische Soap-Schauspielerin (ja, tatsächlich) „sooo geflasht“ war von der tollen Doku über Xavier Naidoo gestern Abend auf Vox [>> Post]. So ein toller Künstler. Noch schlimmer fand ich allerdings schon wieder die Kommentare von anderen Followern, von wegen „leider falsch verstandener Künstler“ und „Vorbilder seien aber doch eher die Germanen und der alte Fritz“. Und alleine das ergänzend eingeschobene „MEINE MEINUNG“ erinnert mich einfach nur an Stefan „Brülli“ Brüllberger. Ich habe lange (sehr lange!) überlegt, ob ich was dazu kommentiere und mich dann an dieses Bild erinnert.

Und ja, es gibt weitaus schlimmere Diskussionen und Kommentare im Netz, aber es muss auch nicht immer erst das böse N-Wort fallen, um zu erkennen, in welche Richtung Dinge gehen. Dafür sind mir die Zeiten gerade einfach zu sensibel.

Oftmals bin ich hin und her gerissen, ob man jedes Mal etwas dazu kommentieren sollte. Ob Fresse halten feige ist, oder ob ich einfach meine Nerven schone. Ob so eine Diskussion im anonymen Internet fair und sinnvoll ist (zumal ich selbst eben nicht anonym bin) und ob ich nicht vielleicht sogar das Gegenteil erreiche, von dem was ich eigentlich will und Haters bestärke. Überdenkt in diesen Kreisen wirklich jemand seine Meinung, nur weil ich was dagegen sage? Hab ich schon aufgegeben, bevor ich angefangen habe? Don’t feed the troll oder Paroli bieten?

Trotzdem habe ich mich bis gerade darüber geärgert. Passend dazu finde ich diesen Text von Stefan Niggemeier heute Morgen, weshalb ich das ganze Thema doch noch mal aufgreife. Lest den mal. Lest den vor allem, wenn Ihr meine Aufregung nicht versteht. Lest den ruhig zwei mal, wenn Ihr Euch über meinen Text aufregt und Xavier superdupertoll findet.

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Und um das noch mal in aller Deutlichkeit zu sagen: Ich mochte seine Musik nie sonderlich. Ja, ist halt Geschmackssache. Aber völlig abgesehen davon: was da ideologisch in seinem Köpfchen so abgeht, geht einfach mal GAR NICHT. Jedes Mal, wenn ich sein Gesicht in Trailern für „Sing meinen Song“ sehe, könnte ich mich aufregen – und wohlgemerkt nicht nur, weil ich das Format und deren Künstler unglaublich furchtbar finde. Ich hab die Vox-Doku über Xavier aus dem letzten Jahr gesehen, weil ich wissen wollte, wie der Sender mit den Vorwürfen umgeht. Von Distanzierung hab ich da auch nicht viel festgestellt – nur wischiwaschi und Schönrederei.

Am Ende hab ich zu dem Instagram-Bild übrigens doch noch kommentiert, aber nur auf den oben verlinkten Text hingewiesen. Ich unterstelle Frau S. hier auch lediglich einen schlechten Musikgeschmack :P nichts weiter, aber einfach mal die Dinge hinterfragen, das wär schon was. Gilt auch für Xavier (beides).


*Titelbild fotografiert auf der Warschauer Straße, Berlin – 2015. [via]

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3 Kommentare

  1. Danke! Ich empfinde genau das gleiche, wenn ich Xavier Naidoo sehe und höre. Den Text von Stefan Niggemeier habe ich auch gelesen, war wirklich sehr lesenswert.

  2. Pingback: Durchgeklickt: Die besten Blogbeiträge im Mai – Frau Margarete

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