VerenasWoche: 15/2017

VerenasWoche 15/2017

Montag
Auf geht’s Richtung Kanada! Mit dem Leihwagen (angeblich ein „Mini-Van“, in Wahrheit ein riesiges Wohnzimmer-Schiff auf Rädern) aber erstmal zu den Orange County Choppers, um ein paar Mopeds zu gucken. Über die gab es mal eine Sendung auf DMAX, falls es jemand nicht kennt (so wie ich, husthust). Dann weiter, insgesamt fast 700 km und fast 9 Stunden später, relativ unspektakuläre Strecke, da man ja auch nur ziemlich langsam fahren darf. Wenn man sich erstmal an die riesigen coolen Trucks und Pickups gewöhnt hat (ok, so nach 1 Stunde), wird es eine Autobahnfahrt wie jede andere. Nur langsamer. Es gibt auch ein Maut-System, was aber automatisch mithilfe eines kleines Kastens im Auto abgerechnet wird.

Ein paar Raststätten gesehen (yeah: kein Sanifair!), Burger (Roast Beef Burger) bei Roy Rogers übrigens top und bemerkenswert übrigens, dass ständig darauf hingewiesen wird, zum SMS schreiben bitte auf den Parkplatz zu fahren.
Kurz vor den Niagarafällen gab es dann den kanadischen Stempel in mein Sammelheft den Pass und dann direkt in unser Bed & Breakfast. Das war ziemlich plüschig mit dem Charme aus bereits vergangenen – aber nicht schlechten! – Zeiten. Ich musste irgendwie an Love Boat denken. Oder Dallas. Im Zweifel immer Dallas. Abgesehen davon war es eine schnieke alte Villa mit Veranda und Säulen und tollem Treppenhaus, so wie man sich das vorstellt.
Die Fälle lagen fußläufig 5-10 min entfernt, also nochmal schnell gucken. Abends sind sie bunt angestrahlt. Im Hard Rock Café haben wir noch ein paar kanadische Dollar gegen Burger und Bier getauscht.

VerenasWoche 15/2017

Dienstag
Zum Frühstück gab es seeehr geile Crepes mit frischen Beeren, bzw Eggs Benedict. Sollte ich jemals Bedenken über das B&B gehabt haben, so sind sie hiermit vergessen. Heute haben wir die klassische Bootstour mit der Hornblower Cruise gemacht, die ziemlich nah an die Fälle fährt und man dabei klatschnass wird. Bekannter (z.B. aus Bruce Allmächtig mit Jim Carry) ist vielleicht die Maid of the Mist, die da auch fährt und quasi das amerikanische Pendant ist. Der einzige Unterscheid liegt darin, dass man in Kanada rote und in USA blaue Ponchos bekommt.
Sobald man nahe an die Wasserfälle kommt, wird es schlagartig recht frisch. Klatschnass auf dem Schiff war es dann arschkalt, aber ich muss sagen, die Fahrt (knapp 20 Euro) hat sich echt gelohnt. Ziemlich beeindruckend, so nahe an die Wasserfälle zu kommen, besonders an den Horseshoe Falls – die, wie der Name schon sagt, eben Hufeisenförmig sind, man also in ein sehr nasses U reinfährt und quasi fast rundherum von Wasserfall umrundet ist.
Um die Niagarafälle herum stehen turmartig sehr viele Hotels, Casinos und Vergnügungskram, eine Mischung als Las Vegas und Flaniermeile eines spanischen Urlaubsortes. Mit weniger Alkohol vielleicht, weil zu teuer. Aber naturgemäß nur Touristen und außer den Fällen gibt es nicht so viel zu tun. Stattdessen sind wir dann mit dem Auto zum nächsten Walmart gefahren. Auch ein Erlebnis. Erstaunlicherweise gibt es da keinen Alkohol. Verstohlen haben wir die Kassiererin gefragt und Auskunft erhalten. Im kanadischen Staat Ontario gibt es ein staatliches Alkoholmonopol, weshalb nur ein Laden Alkohol verkaufen darf: LCBO. Und der Beer Store. Im LCBO haben wir dann sogar Gaffel Kölsch gefunden. Insgesamt ist Alkohol aber auch recht teuer hier. Und wir waren bei Wendy’s, um auch diesen FastFood-Laden abzuhaken. Nicht schlecht, aber nicht der Beste. MEINE MEINUNG.
Später nochmal zu Fuß am Ufer der Fälle entlang. Den mächtigen „Fall“ von oben zu sehen, fand ich echt beeindruckend. Abends auf der Veranda noch Bier trinken und was snacken und Internetsachen machen.

VerenasWoche 15/2017

Mittwoch
Für das zweite Frühstück hatte ich Crepes mit Ahornsirup bestellt. Das Frühstück ist wirklich der Hammer in unserem B&B und wird immer frisch zubereitet. Nach dem Auschecken ging es weiter um den Lake Ontario bis nach Toronto (ca. 2,5 Stunden). Dort sind wir zum CN Tower gelaufen und sind da hochgefahren. Da gibt es einen Glasboden, der insbesondere für Menschen mit Höhenangst ein riesen Spaß ist. Es hat ein bisschen gedauert, aber am Ende bin ich auch drauf. In den Aufzügen gab es auch Glasböden. YAY. In Toronto dreht sich ansonsten alles um Eishockey. Damit hab ich nichts zu tun. Wir liefen ein bisschen durch die Stadt, den Hafen entlang, an vielen sehr cool aussehenden Pubs und Restaurants vorbei, Läden, der Uni. Aber es war arschkalt und irgendwie wirkte die Stadt einfach nur wie ein großes Business-Viertel. Mit coolen Pubs. Viele tolle und vor allem gläserne Hochhäuser an einem riesigen See. Wir wussten aber so gar nichts, was wir da tun sollten und es war gerade mal Mittag. Und es war kalt und grau. Ich war echt enttäuscht. Am Ende beschlossen wir, unser Hotelzimmer zu canceln und wieder zurück Richtung New York zu fahren. Das war eine gute Entscheidung. Zwischendurch (in Batavia) haben wir uns ein Motel gesucht, was entgegen aller Mythen aus amerikanischen Filmen, wirklich nett und komfortabel war. Die KungFu-Oma an der Rezeption empfahl uns noch ein supergutes Restaurant in der Nähe. Das war SO GUT! Total gemütlich und genauso wie man sich das in einem amerikanischen Kleinstadt-Restaurant vorstellt. Es gab Wings, die besten Ribs und Caesar’s Salad und alles war SO LECKER. Beste Entscheidung.
VerenasWoche 15/2017Donnerstag
Das Frühstück im Motel war dann eher so meh mit Styropr-Geschirr, aber hey, ein Waffel-Automat! Dann weiter nach New York, das waren nochmal einige Stunden. Dass wir den Leihwagen hatten, haben wir noch für eine Fahrt nach Walmart in New Jersey genutzt. Walmart ist einfach so viel günstiger als die Supermärkte in Manhattan und eben auch praktisch, um mal mehr einzukaufen. Und ich steh ja sowieso auf Supermärkte, im Ausland noch viel mehr. Bei Walmart hätte ich vermutlich Stunden verbringen können. Oder Tage! Hach! Dann waren wir noch schnell nen Burger essen, diesmal bei Habit. Ich hatte was mit Teriyaki und Ananas und es war vielleicht der beste Burger auf der Reise bisher (danach kommt Shake Shack). Danach zurück in die Stadt, alles ausladen und später noch Spaghetti gekocht.
VerenasWoche 15/2017
Freitag
Ein schöner sonniger Tag. Ungewohnterweise bin ich mal ohne Kamera und schwerer Tasche raus und wir sind einfach nur durch den Central Park gelaufen. Was für eine Ruhe! Abends nochmal Salat. Mittlerweile bin ich mir allerdings unsicher, ob die paar Mal Alibi-Salat wirklich noch den nötigen FastFood-Ausgleich leisten können.
Jedenfalls bin ich froh, dass meine selbstlosen Forschungen eines der langgehütetsten Geheimnisse unserer modernen Zivilisation lösen konnten: Amerikaner sind deshalb so dick, weil Lebensmittel echt teuer sind, niemand scheint selbst richtig zu kochen, alles gibt es fertig und mit das günstigste Essen ist einfach Fast Food. Wenn es bei uns eine Handvoll große Fast Food Ketten gibt, gibt es hier 30. Außerdem ist Benzin billig. Vielleicht sagt Ihr jetzt „Ach toll, wussten wir selber schon“ – ok, kann schon sein, aber ich hab es in einer eigenen Studie jetzt fast wissenschaftlich belegt. Bin ja nicht zum Spaß hier.
VerenasWoche 15/2017Samstag
Mit der U-Bahn zum Union Square und dort über den Greenmarket, der frische Sachen wie Käse, Milch, Blumen, Wurst oder Honig von lokalen Produzenten verkauft. Highlight! Dann nur kurz ;) bei MAC rein. Der Preisvergleich lohnt, girls, insbesondere bei Lidschatten kann man einiges sparen. Bei vielen anderen Sachen kurioserweise aber auch nicht. Danach noch kurz Elektronik bei Best Buy gucken. Dann ging es weiter über die hippe Lafayette Street, nach China Town aka Ramsch City, zu Little Italy bis zu Katz’s Deli. Ich muss unbedingt so ein legendäres Pastrami Sandwich essen. Vor dem Laden ne Schlange. Als wir endlich drin sind, stellt sich raus, dass hier nur cash bezahlen geht und wir haben nicht genug Bargeld dabei. Mein angestrebtes klassisches Sandwich kostet übrigens knapp 20 Dollar. HA. Ok, wir kommen die Tage nochmal wieder. Mit dem Bus dann wieder zurück zum Apartment.
VerenasWoche 15/2017Sonntag
Es sind 29 Grad und Sonne Sonne Sonne angekündigt. Wir wollen zum Central Park Zoo. Auf dem Weg dorthin müssen wir über die 5th Avenue, auf der heute die traditionelle Easter Parade stattfindet. Für Autos gesperrt findet man dort heute die New Yorker mit aufwändig gebastelten Hüten und Kleidern, fast ein wenig wie beim Pferderennen, nur in witzig. Dazu gibt es Hasenohren zu kaufen. Bei dem Wetter ist auch entsprechend viel im Zoo los. Der Zoo selber (13 USD Eintritt) ist ziemlich klein und es gibt gar nicht so viele Tiere, aber es gibt Pinguine. Was es nicht gibt: Giraffe, Nilpferd, Löwe, Zebra. Mein Highlight sind die roten Pandas. Nach dem Zoo geht es noch eine Runde durch den Central Park, dessen Wiesen voll mit New Yorkern sind. Wir sehen Bibo aus der Sesamstraße, dessen Karriere wohl gerade nicht so läuft und er sich deshalb noch ein Taschengeld dazu verdienen muss. Nebenbei decke ich hier einen mittelgroßen Skandal auf, aber dazu später mehr. Ich kaufe mir ein Spongebob Eis, danach wieder die 5th Ave runter, es fängt an zu regnen, also rein in einen Souvenir-Shop. Ich hatte noch ein paar Mitbringsel auf der Liste, also die Gelegenheit genutzt. Und Postkarten hab ich auch geholt. Dann noch kurz im Supermarkt was einkaufen und nach Hause. Da Picture my day Day ist, kann man den Tag noch detailliert bebildert hier nachgucken. Entsprechend hab ich abends auch nur Bilder sortiert, bearbeitet und gepostet.

Randnotiz: Erwartungsgemäß mag ich das TV-Programm hier sehr. Alleine die Werbung ist toll! Und immer kommt was Neues und nicht ständig die gleichen Spots. Ich bin aber auch einer der wenigen Menschen, die gerne Werbung guckt. Aber ok, ich geh ja auch gerne in Supermärkte. Zufall? Hmmm…
Am liebsten guck ich FriendsFamily Guy und Roseanne, weil wir das ja nicht schon von zu Hause kennen. Oder viele tolle Filme. Die Serie Angie Tribeca scheint auch gerade angesagt, aber ich find’s doof. Ist wie eine Persiflage auf Krimiserien, a la Scary Movie. Falls es das mal nach Deutschland schafft: Ich hab es Euch gesagt.

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2 Kommentare

  1. Angie Tribeca lief hier sogar schon im Pay-TV bei TNT. Und ich kann dich bestätigen: Es ist doof.

    Schönen Urlaub noch!

  2. Wieder ein toller … naja … Reisebericht :-)
    Google mal nach „peopleofwalmart“, das ist mir direkt bei deinem Foto aus dem Supermarkt eingefallen ;-)

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