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Ostermontag, den 25. April 2011 – Thomas

Dreimal wurde ich gestern aufgrund meines Konversations-Hemdes, ein bestechendes Hemd in den Farben Braun, Mintgrün und hauptsächlich Weiß, kombiniert im Streifenmuster, und dem seltenen Tragen von Kontaktlinsen als gepflegt angesprochen. Was wollten die denn damit andeuten?
Ich war auf dem Osterfeuer in Holzbalge. Lunchmann dazu: Was macht das Osterfeuer in Holzbalge aus? In Holzbalge ist das Gedrängel in der Pommesbude größer als davor. Insider.

Ich bin erschreckend früh wach. Uns wurde heute ein Spiel gegen den ausgedienten TSV Hassel reingedrückt. Um 13 Uhr ist Treffen. Da ist es besser vor dem Spiel nur zu Frühstücken und gänzlich auf das Mittagessen zu verzichten. Möchte nicht wissen wie viele am Treffpunkt ihr fettiges Mittagessen zum Thema machen. Naja, besser als der Suff von voriger Nacht. Kurz vor 11 Uhr radele ich mit dem geliehenen Zeitungsrad meiner Eltern zum einzigen Laden in unserem Dorf. Der Fahrradhandel Karger & Koch in Balge. Gerechtfertigte Schleichwerbung an dieser Stelle. Gestern hat der Rainer mich aufgrund meines Bittens um ein 50 Euro Oma-Rad zu sich bestellt. Ich bin pünktlich und allein Vorort.

Zurück im Sessel schaue ich auf Sport1 die Sendung Doppelpass. Es geht um Bayern und Manuel Neuer. Paul Breitner antwortet auf die Frage, ob man Louis van Gaal hätte früher abschießen müssen, genau das Richtige. Es haben sich alle letzte Saison von vier, fünf Robben Toren blenden lassen.
Kurz vor zwölf klingelt das Telefon. Es ist Rainer.

– Mensch Rainer
– Bist ja doch schon wach.
– Ja, ich war auch schon bei Dir, es war aber niemand da.
– Punkt zwölf haben wir gesagt.
Er sagt das in einem scharfen Ton, als ob er vorhin womöglich doch zu Hause war und nur aus pädagogischen Gründen mir die Tür nicht öffnete. Ich fühle mich ertappt.
– Dann bin ich gleich bei dir.

Auf dem iPhone piept eine Erinnerung: 11:55 Rainer Rad
Peinlich, peinlich.

Das Oma-Rad entpuppt sich als super Damen-Rad und übertrifft meine Erwartungen – Licht und Bremse oder Klingel – bei weitem. Mein altes Rad, das ich für die Kurzstrecken in Bremen nutzte, wurde von professionellen Fahrraddieben demontiert und in langwidriger Kleinstarbeit von seinem angestandenen Platz geschaffen. Nachdem ich erstmal einen Kindersitz an das Fahrrad montiert habe, wird es hoffentlich keiner mehr über das Herz bringen hier noch Teile abzumontieren. Die 50 Euro bringe ich nächste Woche vorbei, habe gestern alles auf den Tresen gehauen.

13 Uhr, Treffen am TUS Heim. Alle haben Wehwehchen. Ich nehme mir möglichst unauffällig die Sportsalbe aus dem Arztkoffer und schmiere mir die Innenseite des rechten Oberschenkels damit ein. Eigendiagnose: Zerrung. Ich verreibe das Zeug so großflächig, dass sich nicht alles im Schritt befindliche völlig aus dem Gefahrenbereich halten lässt. Als ich mich an den Besprechungstisch setze, kündigt sich das Unheil bereits an. Das Zeug wird unglaublich heiß. Was redet der Trainer da? Ich kann mich nicht mehr konzentrieren. Es brennt so dermaßen… Ich rate jedem die Salbe erst NACH dem Pinkeln aufzutragen und Hände waschen nicht vergessen. In Hassel angekommen, ist zum Glück das tränenreichste vorbei.

Ich schieße ein Tor, eines nicht. Das nicht geschossene Tor wird auf alle Zeit in Erinnerung bleiben, dafür habe ich gesorgt. Am Ende steht es 2:2. Über den Schiedsrichter muss ich hier nichts schreiben, ich bin froh, wenn die kommen, an- und abpfeifen und das hat er mit Bravour getan.

Nach zwei Weizen im TUS Heim fahre ich mit meinem Mannschaftskameraden Tobi zurück nach Bremen. Die Sonne steht bereits verdammt tief. Ich telefoniere mit Julia. Es geht darum eine Lösung zu finden für ein Problem, das in der Theorie mal eine Formalität war und auch noch ist, nur wissen das nicht alle Beteiligten.

Alles fühlt sich an wie ein Sonntag. Das fehlende Gute-Nacht-Programm vom WDR ist heute das einzige was mich an den Ostermontag erinnert. Kein Zimmer Frei und kein Dittsche.

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