Touch the screen for complete healing

Samstag, den 30. April 2011 – Thomas

11 Uhr. Jack Bauers typischer Handy-Ton unterbricht meinen traumlosen Schlaf. Ich habe mir den Klingelton aufgrund der Serie Pastewka, kompliziert, kompliziert, auf mein iPhone geladen und erst im Nachhinein erfahren, dass der Sound ursprünglich aus der Serie 24 stammt. Seitdem ist mir der Spaß daran vergangen. Timo will wissen, wann wir uns wo genau in der Stadt treffen.


11 Uhr 50. Ich treffe Timo und Steffi am Roland. Wir laufen einige Geschäfte ab, es geht hauptsächlich um Kleidung und Musik. Heute ist bei Hot Shots der letzte Tag einer „Gebraucht zum halben Preis“ Aktion, auf Originale gibt es immerhin noch 20 Prozent. Ich nehme mir „Unterschied“ von den Massiven Tönen, „Different Class“ von Pulp, „Idlewild“ von Outkast und eine Michael Jackson DVD, die nach seinem Tod herauskam, für insgesamt 10 Euro mit. Da kannst du nicht meckern.

Auf dem Weg zurück in die Neustadt treffe ich auf ein paar Antifa, Punks oder Linksextremisten. Schwer zu sagen. Heute ist eine Nazi Demo angekündigt und das lockt diese Hacky Sack spielenden, Politikverdrossenen Steineschmeißer an, wie Scheiße eben Fliegen nun mal anlockt. Ich lasse mir den Stand der Dinge erklären und Feuer geben. Die Demo ist gerade vorbei, verletzt hätten sie Bedauernswerterweise niemanden. Die Polizei, diese Schweine, hätten die Nazis aus dem Wurfbereich abgeführt. Kein Wort über das scheiß System.

Linke sind wie Hunde, wenn ihre Herrchen in der nähe sind, oder wie die Kirche, sie tun nur so als ob sie friedlich wären. Das Volk ist mindestens genau so besorgniserregend wie ihr Pendant, die Herren von der Leitkultur. Beide Seiten haben ein klar definiertes Feindbild, von dem sie glauben, es würde ihren Scheiß rechtfertigen. Beide Seiten sind schlecht angezogen, beide hören nervige, geistlose Musik und beide wirken auf mich unheimlich dumm und gewaltbereit. Keiner von denen macht den Eindruck als wüsste er was er da tut und wohin das führt. Mit irgendetwas muss man ja die Adoleszenz rumkriegen.

Ich widme mich dem Hirn und esse Knipp. Nach dem späten Mittagessen nutze ich den Tag, indem ich Mails verschicke, lese und Musik höre. Am Abend verrichte ich kleinere Dinge im Haushalt, zu mehr langt es einfach nicht. Der Schwips von vergangener Nacht steckt mir in den Knochen. Mittwoch geht es in den Flieger nach Barcelona, bis dahin wollte ich die Bude sauber haben. Allein die Vorstellung nach dem Urlaub in eine verdreckte Wohnung zurückzukehren, lässt mich den Besen in die Hand nehmen. Mit Spießigkeit gegen das Chaos im Leben. Vor lauter unmotivierten Wischen, vergesse ich die geliehene DVD zurückzubringen. Patrick Bateman wäre das nicht passiert.

20 Uhr 15. Wetten Dass…? läuft im Fernsehen. Selten wurde ich so schlecht unterhalten. Désirée Nick, ist die wirklich eingeladen oder wurde die bei einer abgesetzten RTL-Produktion im Studio vergessen? Peinlich. Der Rest der Gäste, sowie alle Wetten bleiben Dankbarerweise vornehm im Hintergrund und versuchen erst gar nicht irgendetwas mit dem Niveau anzustellen. Nur der Liefers wirkt sehr angestrengt dabei als Kulturfreund ernst genommen zu werden. Als US-Star, der rechtzeitig seinen Flieger kriegen muss, wurde Whoopi Goldberg auserwählt. Warum hat Gottschalk eigentlich keinen Fliesentisch für seine drittklassigen Gäste bereitgestellt? Wäre doch angemessen gewesen. Kurz überlege ich den Ton auszuschalten…

Ton aus. Der glattrasierte Hugh Laurie schaut ganz bedröppelt aus der Wäsche. Wie viele Dr. House Anspielungen der sich wohl gefallen lassen muss? Als ich wieder aufwache, suche ich im Dritten Programm nach einer Sportsendung. Bayern hat Schalke mit 4:1 nach Hause geschickt. Ich bleibe bei Death Proof hängen. ARD zeigt den Quentin Tarantino Film in HD. Es ist der mit Abstand schlechteste Tarantino, den ich je gesehen habe und spätestens jetzt habe ich sie alle gesehen. Ich weiß schon warum ich den bisher gemieden habe. Ausgerechnet die Dialoge machen den Film so durchschnittlich.
Um 2 Uhr sehe ich endlich die vier Bayern Tore im Bayrischen Rundfunk und kann zufrieden einschlafen.

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